Mitten in der Havel, im Berliner Ortsteil Wannsee, liegt eine 67 Hektar große Insel, die seit dem Ende des 18. Jahrhunderts als Garten gestaltet wird: die Pfaueninsel. Zwischen ihr und dem Festland sind es nur wenige Bootslängen, und doch führt kein anderer Weg hinüber als die kleine Fähre. Sie gehört zum Angebot der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die Insel, Schloss und Park verwaltet.
Deshalb funktioniert sie anders als eine Verkehrsfähre: Die Betriebszeiten sind die Öffnungszeiten der Insel, das Ticket ist der Eintritt, und für den Park gilt eine strenge Ordnung. Von März bis Oktober fährt die Fähre täglich von 10 bis 18 Uhr, in der Sommersaison zur Minute 15, 35 und 55 ab dem Festland; im November und Dezember ist um 16 Uhr Schluss.
Die Fähre fährt, solange die Insel offen hat
Öffnungs- und Fährzeiten der SPSG für März bis Dezember 2026 und Neujahr 2027, abgerufen am 16.10.2026. Für Januar und Februar 2027 sind noch keine Zeiten veröffentlicht. SPSG – Pfaueninsel · 2026-10-16
Ticket vorab, denn an Bord wird nichts verkauft
Das Fährticket ist zugleich der Eintritt zur Insel. Es gibt kein Ticket beim Fährpersonal: gekauft wird online oder am Automaten am Anleger. Die Familienkarte gilt einen Tag lang für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder unter 18 Jahren.
Das Schloss kostet extra und wird nur tagesaktuell im Fährhaus verkauft. Mit einer Jahreskarte der Stiftung ist die Überfahrt frei, ebenso für Menschen mit einem Grad der Behinderung von 100 und für Kita-Gruppen mit Kindern unter sieben Jahren.
| Einzelpreis | 6 € |
| Einzelpreis ermäßigt | 5 € |
| Familienkarte (2 Erwachsene, bis 4 Kinder) | 12 € |
| Einzelpreis | 8 € |
| Einzelpreis ermäßigt | 6 € |
Preise der SPSG, abgerufen am 16.10.2026 SPSG – Pfaueninsel, Preise und Tickets · 2026-10-16
Fährhaus am Festland, Park am anderen Ufer
Mit Bus und Bahn fahren Sie zur Haltestelle „Pfaueninsel (Berlin)“; die passende Verbindung nennt die VBB-Fahrplanauskunft. Mit dem Auto parken Sie auf den öffentlichen Parkplätzen am Nikolskoer Weg – auf der Insel selbst dürfen Kraftfahrzeuge ohne Sondererlaubnis weder fahren noch stehen.
Fähranleger am Festland
Am Anleger steht das Fährhaus mit einem kleinen Museumsshop (April bis Oktober dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr) und einem rollstuhlgerechten WC. Daneben steht der Ticketautomat: Er nimmt Visa, Mastercard und Girocard, bar aber nur Münzen. Wer mit Scheinen kommt, kauft das Ticket besser vorher online.
Anleger Pfaueninsel
Auf der Insel beginnt sofort der Park. Der Fahrweg rechts vom Fährhaus steigt mit 15 % an; Rollstuhlfahrende schaffen ihn laut Stiftung nur mit Begleitung. Zur Erholung gibt es den Kaffeegarten auf der Liegewiese.
Ein paar Bootslängen Havel
Die beiden Anleger liegen sich an einer schmalen Stelle des Flusses gegenüber, nur rund hundert Meter voneinander entfernt. Eine Fahrzeit nennt die Stiftung nicht; die Entfernung haben wir aus den Kartendaten von OpenStreetMap berechnet.
Was auf der Pfaueninsel nicht erlaubt ist
- Das Rad bleibt am Festland
Die Parkordnung verbietet, Fahrräder mitzuführen, zu fahren oder abzustellen. Auch Inlineskates und Skateboards sind tabu.
- Keine Hunde, keine anderen Tiere
Hunde und andere Tiere dürfen nicht auf die Insel. Ausgenommen sind Assistenzhunde, die die Stiftung ausdrücklich willkommen heißt.
- Auf den Wegen bleiben
Die Wege dürfen nicht verlassen werden; Lagern, Zelten, Grillen, Baden, Angeln, Ballspiele und Musik sind untersagt, Drohnen ebenfalls. Rauchen ist auf der ganzen Insel verboten.
- Münzen oder Karte für den Automaten
Der Ticketautomat nimmt Karten, bar aber nur Münzgeld. Online gekaufte Tickets ersparen die Suche nach Kleingeld.
- Bei Sturm lieber verschieben
Die SPSG warnt vor Astbrüchen alter Bäume, die unter der Trockenheit leiden, und rät bei Unwetterwarnungen dringend vom Besuch der Parkanlagen ab.
Woher die Insel ihren Namen hat
Den Namen verdankt die Insel einer königlichen Laune. König Friedrich Wilhelm II. und seine Vertraute Wilhelmine Enke ließen ab Ende des 18. Jahrhunderts ein Lustschlösschen im Stil einer Ruine bauen und holten fremdländische Pflanzen und farbenprächtige Pfauen auf die Insel – inspiriert von den damals neu entdeckten Südseeinseln. Eine Menagerie kam hinzu; ihre Tiere gingen 1842 als Grundstock an den Berliner Zoo.
Später gestaltete Peter Joseph Lenné die Insel zum Landschaftspark und legte 1821 den Rosengarten an, laut Stiftung den ältesten Berlins. Heute stehen auf der Insel rund 400 alte Eichen, sie ist Teil des UNESCO-Welterbes und als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet geschützt. Das Schloss von 1794 ist von April bis Oktober dienstags bis sonntags nur mit Führung zu besichtigen; im November und Dezember bleibt es geschlossen.
Fragen zum Besuch der Pfaueninsel
Wann fährt die letzte Fähre zur Pfaueninsel?
45 Minuten vor Betriebsende: von März bis Oktober also um 17:15 Uhr, im November und Dezember um 15:15 Uhr. Zurück geht es bis zum Ende der Betriebszeit.
Wie oft fährt die Fähre?
In der Sommersaison alle 20 Minuten, ab dem Festland jeweils zur Minute 15, 35 und 55. Für die Wintermonate veröffentlicht die Stiftung keine festen Abfahrtsminuten.
Kann ich das Ticket beim Fährmann kaufen?
Nein. Die SPSG verkauft Fährtickets nur online und am Automaten am Anleger; der Automat nimmt Visa, Mastercard, Girocard und Münzen, aber keine Scheine.
Was kostet die Familie die Überfahrt?
Mit der Familienkarte 12 € für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder unter 18 Jahren, gültig an einem Tag. Einzeln kostet das Ticket 6 €, ermäßigt 5 € (Stand: 16.10.2026).
Ist das Schloss im Winter geöffnet?
Nein, im November und Dezember ist das Schloss geschlossen. Die Insel selbst bleibt geöffnet, die Fähre fährt dann täglich von 10 bis 16 Uhr.
Wie komme ich ohne Auto hin?
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zur Haltestelle „Pfaueninsel (Berlin)“; die Verbindung finden Sie in der VBB-Auskunft. Autofahrer parken am Nikolskoer Weg.
Ist die Pfaueninsel barrierefrei?
Bedingt. Die Wege sind laut Stiftung mit Begleitung geeignet, das Schloss nicht. Am Fährhaus gibt es ein rollstuhlgerechtes WC, der Weg rechts davon steigt mit 15 % an.